Bündnis für Tierrechte Bochum

Pressemitteilung - 08.02.04

Bochum – Kulturhauptstadt der Kopf- Abreisser

Während die Stadt Essen ihrem Bekunden, als Kulturhauptstadt des Ruhrgebietes würdig zu sein, auch Taten folgen ließ und den barbarischen Brauch des Gänsereitens unterbunden hat, werden in Bochum weiterhin Köpfe abgerissen.

Allen voran nimmt auch der Oberbürgermeister Stüber an den Rosenmontags- Veranstaltungen der sogenannten Gänsereiter teil. Für den Oberbürgermeister Bochums zählt das Kopf- Abreissen zu den kulturellen Höhepunkten des Jahres. Dieses von mordlustigen Söldnern eingeführte mittelalterliche Kriegsspiel, wird in Bochum seit Jahrhunderten als Volksbelustigung betrieben.
Und wenn nicht im 18. Jahrhundert der umsichtige Landgraf Herzog Ludwig das Gänsereiten mit lebenden Gänsen verboten hätte, würden die Bochumer Gänsereiter dies heute wohl immer noch mit lebenden Tieren tun.

Welche Art von Kultur wird den Menschen mit solch einer Veranstaltung wohl vermittelt? Schlimm genug, daß Politiker, hochgestellte Persönlichkeiten und Erwachsene diesem schaurigen Treiben beiwohnen, aber in vorderster Reihe stehen Jugendliche und Kinder und sehen ihren großen Vorbildern beim Kopf abreissen zu.

Wo bleibt das Mitgefühl unseren Mitgeschöpfen und Schwächeren gegenüber? Bochum feiert Gewalt als kulturellen Höhepunkt und will mit dieser Tradition zu der Kulturhauptstadt des Ruhrgebietes gewählt werden. Nicht auszudenken wäre es, wenn Bochum als Kulturhauptstadt die ganze Region lächerlich machen würde. Stück für Stück wird In ganz Europa der würdelose Umgang mit den Mitgeschöpfen und mit Schwächern abgeschafft, und in der Vorzeigestadt würden mittelalterliche Riten gepflegt und Gewalt verherrlicht.

Als Gipfel der Perversion werden in Bochum aber auch Kinder zu Kopf- Abreissern gemacht. Beim sog. Kindergänsereiten werden Kinder ab sieben Jahren zum Kopf- Abreissen animiert. Und dieses respektlose Verhalten haben sich nicht einmal die Menschen im Mittelalter getraut, nein, dies ist erst in der Neuzeit in Bochum eingeführt worden.

Gerade die jüngsten Übergriffe von Kindern und Jugendlichen auf ihre Mitschüler verdeutlichen, wie fahrlässig es ist, Gewalt- Darbietungen zu verharmlosen. Wenn beim Gänsereiten die Gewalt unter Gejubel und Gegröle verherrlicht wird, wird sich auch bei den anwesenden Kindern ein Gewaltmuster im Kopf festsetzen.

Nachdem aktuell zahlreiche sozial engagierte Bochumer Gruppen wie dem Bochumer Friedensplenum, dem Kinderschutzbund und weiteren Friedensgruppen sowie Künstlern und Personen des öffentlichen Lebens ein Verbot des Gänsereitens gefordert haben, wird es höchste Zeit, dieses Spektakel mit hierfür getöteten Tieren abzuschaffen.

Der erste und vermutlich einzige künstlerische Aspekt des Gänsereitens liegt darin, dieses abzuschaffen und durch eine würdige Kulturveranstaltung, die den Namen auch verdient, zu ersetzen.

 

Erläuterung:
Am 09.02.04 wird festgelegt, welche Stadt das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt vertreten soll.
Zur Auswahl stehen die Städte Essen und Bochum. Diese Auswahl entscheidet über die Teilnahme an der Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2010. Insgesamt 15 deutsche Städte haben sich hierfür beworben.

Bündnis für Tierrechte Bochum
Schwindstr. 3
44795 Bochum
Email: tierrecht @gmx.de
Internet: www.tierrechtsnetz.de

 

Bündnis für Tierrechte

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